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.. ich bin ein Pinguin..

Poetry Slammer Lars Ruppel aus Berlin zu Gast

Gebürtig aus Gambach in der Wetterau, verlegte er sein Domizil nach dem Abitur nach Marburg. Dort gründete er gemeinsam mit Anderen die Marburger Slampoeten-Lesebühne Late Night Lesen. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Tätigkeit ist die Leitung des Projektes „Weckworte“. Durch die geeigneten Darbietungen klassischer Verse, kann ein emotionaler Zugang zu Demenzkranken geschaffen werden. Er ist Poetry Slammer mit Leib und Seele und nach seinen eigenen Worten, kann er nichts anderes. So widmet er seine Zeit ganz und gar dem gesprochenen Wort. Er macht Poetry Slam von ganzem Herzen und das seit Anfang der 2002 und er schafft es auf bis zu 300 Bühnen im Jahr. Und am Pfingstdienstag leitete er einen Workshop an der GSM Mücke. Die Klassen 9Ga und 9Gb sowie die 8H hatten das große Glück, ihn live erleben zu dürfen. Mitfinanziert wurde der Workshop vom Förderverein der GSM Mücke.
Es herrschte in der Mediathek eine lockere Atmosphäre, jeder Schüler und jede Schülerin hatte Stift und Schreibzeug parat und sie hatten dann die Aufgabe ein eigenes Gedicht zu verfassen. Spaß war auf beiden Seiten zu spüren und für die Schüler war es eine große Herausforderung. Seine Arbeit umschreibt der Künstler auch mit „literarisches Gedöhns“. Beim Vortragen eines Poetry Slam müsse man nicht schauspielern, sondern sich natürlich verhalten und im Gesicht müssen sich die Emotionen der gesprochenen Worte wiederfinden. Die Poesie habe ihren eigenen Rhythmus und diesen zu erkennen, das sei eine heroische Aufgabe und damit überschreite man den RTL-Meridian. Mit Gesichtsgymnastik, dem kleinen verkniffenen und dem großen Gesicht fing der Workshop an. Sprachexperimente, wie reden ohne Punkt und Komma und einfach immer weiter sprechen, dabei auch Themen wechseln, gelang dann auch den Schülern prima. Es klang wie ein Bienenschwarm. Gedichte können Spaß machen, sind unterhaltend, aber auch anstrengend. Sein poetischer Motivationsspruch, den man in den 4 Stunden immer mal wieder hören konnte, lautete: „Ich bin müde, ich bin ein Pinguin, ich bin garnichts“.
Gemeinsam mit den Schülern, fand er den Rhythmus bei dem Gedicht: Die Kuh.
Auf der saftig grünen Wiese
weidet ausgerechnet diese,
eine Kuh, eine Kuh.
Was ihr schmeckte wiederkautse,
mit der Schnautse, dann verdautse,
und sag Muh, und sagt Muh.
Ach ihr Herz ist voller Sehnen,
und ihm Auge schimmern Tränen,
ab und zu, ab und zu.
Träumend und das Maul bewegend,
schaut sie dämlich durch die Gegend,
grad wie Du, grad wie Du.
(Heinz Erhardt)
Dann gab Lars Ruppel der Schülerschar einige kleine Beispiele, an denen sie ihr eigenes Gedicht anlehnen sollten. Fluffig wie eine Wolke, rosa kalorienreduziert, fliegt man über Mückes Altstadt. Sicherlich gibt es jetzt in Mücke und Umgebung richtige poetische Wortakrobaten, vielleicht treten einige in die Fußstapfen des großartigen Lehrmeisters.